Ausstellung

sabine umla-latz // januar 2024 // skulpturen

Am Anfang war das Ei

Während sich Vögel in der Natur innerhalb eines Eies entwickeln, ist es bei meiner Vogelschar genau umgekehrt: Innen eine leere Eierschale, drumherum eine abenteuerliche Konstruktion aus Pappe, Kreppklebeband, Zeitungspapier, Tapetenkleister und manchmal ein bisschen Draht für stabile Beine. Die vielgestaltige Vogelwelt inspiriert mich zu immer neuen Geschöpfen: Lange oder kurze Beine, schlanker oder gedrungener Körper, Kopf- und Schnabelform, Körperhaltung. Es gibt unendliche Kombinationsmöglichkeiten. Eine besondere Herausforderung ist auch immer das Ausbalancieren der Figuren. Der kleine König herrscht über die Vogelschar, Ritter Roland dient ihm treu als Wächter und Hüter.

Die vielgestaltige Welt der Vögel - Pappmaché-Skulpturen von Sabine Umla-Latz

„Oh, dass ich Flügel hätte wie die Taube; ich würde davonfliegen, bis ich Ruhe fände!“, heißt es in Psalm 55,7. Frei und leicht wie ein Vogel zu sein, wer wünscht sich das nicht hin und wieder. Seit ich in meinem Garten eine kleine Hühnerschar und zwei Laufenten halte, wimmelt es darin von Vögeln: Tauben, Spatzen, Amseln, Elstern und viele mehr tummeln sich in Hecken und Bäumen, stillen am kleinen Ententeich ihren Durst, stibitzen ihren Anteil vom Hühnerfutter, picken im Herbst am Fallobst und stehlen das eine oder andere Ei. Das unbeschwerte Leben der gefiederten Tiere zu beobachten, ist eine Freude. Ein tägliches Geschenk sind die leckeren Hühner- und Enteneier. Die Eier von glücklichen Hühnern und Enten sind nicht nur ein nahrhaftes, vielseitig verwendbares Lebensmittel. Auch die Schalen stellen eine wertvolle Ressource dar. Meine Tiere bekommen sie zurück als wichtige Calciumquelle, die sie für die Bildung neuer Eier benötigen. Die außergewöhnlich festen und stabilen Schalen der Enteneier inspirierten mich zu meinem Kunstprojekt „Am Anfang wardas Ei“. Man nehme ein ausgepustetes oder aufgeschlagenes Entenei, konstruiere drumherum eine Vogelgestalt und beklebe sie unter Zuhilfenahme von Tapetenkleister mit Zeitungspapier. Nach einiger Übung gelang es mir immer besser, kleine, aber ausdrucksstarke Skulpturen herzustellen und ich habe große Freude am „pappmatschen“. Die vielgestaltige Vogelwelt inspiriert mich zu immer neuen Geschöpfen: Lange oder kurze Beine, schlanker oder gedrungener Körper, Kopf- und Schnabelform, Körperhaltung. Es gibt unendliche Kombinationsmöglichkeiten. Eine besondere Herausforderung ist auch immer das Ausbalancieren der Figuren.
Das kreative Gestalten mit den Händen für mich ein elementares Bedürfnis und zugleich eine seelische Ressource. Ich bin dabei ganz im Hier und Jetzt, wie man auf Neudeutsch sagt „im Flow“.
Wichtig ist mir bei meinen Basteleien der Nachhaltigkeitsgedanke: Ich möchte so wenig wie möglich „konsumieren“ und nach Möglichkeit Materialien aus der Natur verwenden sowie bereits vorhandene Dinge nutzen, also zum Beispiel Zeitungspapier und leere Eierschalen. Während sich die Vögel in der Natur innerhalb eines Eies entwickeln, ist es bei meiner Vogelschar genau umgekehrt: Innen das leere Ei, drumherum eine abenteuerliche Konstruktion aus Pappe, Kreppklebeband und manchmal ein bisschen Draht für stabile Beine. Damit sie nicht davonfliegen wie die Taube im Psalm 55, sind die Vögel jeweils auf einem Rheinkieselstein befestigt.

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